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Gewaltprävention

Gewaltprävention Kinder: Tipps und Beratung für den Alltag

Was ist noch Streit und wann wird es Mobbing?

Konflikte sind normal und es ist wichtig, dass Kinder einen Umgang damit finden. Mobbing ist hingegen eine systematische Schikanierung, die das Kindeswohl gefährdet. Wir erklären den Unterschied.

Was ist ein Streit (Konflikt)?

Ein Streit/Konflikt ist eine zeitlich begrenzte Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Schülerinnen und Schülern, die aus unterschiedlichen Interessen, Meinungen oder Bedürfnissen entsteht. Solche Konflikte gehören zu sozialen Interaktionen dazu und bieten Chancen, um die Perspektive anderer einzunehmen und soziale Kompetenz zu entwickeln.

Merkmale:

  • gegenseitiges Einstehen für die eigene Position (wechselseitige Aktionen)
  • keine dauerhafte Machtungleichheit zwischen den Beteiligten
  • häufig situativ bedingt und kurzfristig lösbar

Beispiel:

Zwei Drittklässler geraten in Konflikt, weil sie gleichzeitig dasselbe Spielzeug im Pausenhof nutzen möchten.

Was ist Mobbing?

Mobbing ist eine systematische und wiederholte Schikanierung eines oder mehrerer Schülerinnen bzw. Schüler, bei der eine oder mehrere Personen dauerhaft in eine Machtposition gelangen und gezielt Druck auf ein Opfer ausüben. Mobbing gilt als gravierende Gefährdung für das Kindeswohl und zieht längerfristig psychosoziale Folgen nach sich. Es bedarf deshalb umfassender Prävention.

Merkmale:

  • Wiederholung: Dieselben negativen Handlungen treten über einen längeren Zeitraum auf.
  • Absichtlichkeit: Die Täterinnen und Täter verfolgen bewusst das Ziel, beim Opfer Angst, Erniedrigung oder Ausschluss aus der Gruppe zu erzeugen.
  • Macht-Ungleichgewicht: Zwischen Täter/in und Opfer gibt es einen klar erkennbaren Unterschied in sozialer, physischer oder psychischer Stärke, der das Zurückwehren erschwert.
  • Soziale Isolation: Das Opfer wird von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen oder dauerhaft herabgesetzt.

Beispiel:

Eine Schülerin der 4. Klasse wird über mehrere Wochen wiederholt von einer kleinen Gruppe Mitschüler/innen beim Mittagessen isoliert. Sie laden sie nicht zum gemeinsamen Sitzen ein und machen spöttische Bemerkungen („Bleib allein, du bist komisch!“).

Anzeichen von Mobbing äussern sich bei Kindern ähnlich wie jene von Stress. Tipps hierzu finden Sie im Bereich Gesundheit

Mein Kind wird gemobbt – was kann ich tun?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind in der Schule unter Konflikten leidet, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Bei wem kann ich mich melden?

Erste Anlaufstelle ist die Klassenlehrperson. Wenn dies nicht ausreicht oder das Kind das nicht möchte, können Sie sich jederzeit an die Schulsozialarbeitenden wenden.

Wichtig: Bitte nehmen Sie nicht selbst Kontakt auf mit dem anderen Kind oder dessen Eltern. Das kann die Situation stark verschlechtern.

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Hören Sie zu, nehmen Sie die Sorgen ernst und versuchen Sie gleichzeitig, die Selbstwirksamkeit Ihres Kindes zu stärken. Es ist zentral, dass Kinder und Jugendliche lernen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu setzen sowie die Grenzen anderer zu respektieren. Dies reduziert das Risiko von Gewalt. Die Schulsozialarbeit kann auch da unterstützen. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihr Kind stärken können.

Wie geht die Schulsozialarbeit vor, um einen Konflikt zu lösen?

Zuerst sammeln die Schulsozialarbeitenden Informationen und sprechen mit den beteiligten Parteien, einschliesslich der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie der Lehrpersonen. Ein vollständiges Bild des Konflikts hilft, die Ursachen und Dynamiken zu verstehen. Im nächsten Schritt suchen sie gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen. Das kann in Beratungsgesprächen stattfinden oder mit moderierten Gesprächen zwischen den Konfliktparteien. Alle Beteiligten sollen ihre Sichtweise darstellen können und Lösungen sollen für alle akzeptabel sein.

Was kann ich präventiv tun?

  • Zeigen Sie Interesse an positiven wie negativen Erlebnissen im Alltag Ihres Kindes.
  • Beziehen Sie klar Stellung gegen Mobbing.
  • Tauschen Sie sich mit den Lehrpersonen und anderen Eltern aus.
  • Fördern Sie positive soziale Begegnungen Ihrer Kinder.

Mein Kind wird in Chats oder auf Social Media gemobbt – was kann ich tun?

Cybermobbing ist weit verbreitet. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind betroffen ist, schauen Sie genau hin und holen Sie sich Unterstützung.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing ist Mobbing, das via digitale Medien erfolgt. Es findet in sozialen Medien wie Instagram, TikTok, Snapchat oder Facebook, in Chats oder in Kommentarspalten im Internet beispielsweise bei YouTube oder Twitch. Cybermobbing hat eine grosse Dynamik und Geschwindigkeit, da es rund um die Uhr wirkt.

Was ist Cybermobbing?

Was tue ich, wenn mein Kind betroffen ist?

Es ist ratsam, Beweise zu sichern und den Vorfall an die Jugendintervention der Kantonspolizei zu melden. Bei einem Bezug zur Schule können Sie sich jederzeit an die Schulsozialarbeitenden wenden. Kinder und Jugendliche können sich zudem rund um die Uhr an die Beratungsstelle 147 von Pro Juventute wenden.

Für Anzeigen und Beratung steht die Jugendintervention der Kantonspolizei Zürich zur Verfügung.
Polizeiposten Uster: Ruedi Honegger, Tel. +41 58 648 77 12

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Die psychische Belastung für das Kind ist gross, denn der Konflikt ist im Netz omnipräsent und fast unkontrollierbar.

  • Reagieren Sie sofort.
  • Nehmen Sie Ihr Kind ernst und sagen Sie ihm, dass es keine Schuld trägt.
  • Melden Sie sich bei einer Beratungsstelle.
  • Erstellen Sie Screenshots von beleidigenden Nachrichten, Kommentaren, Fotos oder Videos.
  • Bewahren Sie Chatverläufe, E-Mails, SMS usw. auf.

Was kann ich präventiv tun?

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es vorsichtig mit seinen persönlichen Daten und Fotos umgehen soll.

  • Es soll keine privaten Angaben ins Netz stellen oder teilen.
  • Es soll keine Kontakte zu Unbekannten aufnehmen.
  • Es soll keine (Nackt-)Fotos von sich versenden.
  • Es soll sich abwenden, wenn andere in einer Gruppe Gemeinheiten austeilen. Mobbing kann nur funktionieren, wenn die Mehrheit schweigt.

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