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Medienkompetenz

Medienkompetenz Kinder - Tipps und Beratung für den Alltag

Digitale Medien verantwortungsvoll nutzen

Digitale Medien sind auch für Kinder attraktiv. Es ist wichtig, dass sie einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang damit lernen. So können Sie Ihre Kinder dabei unterstützen.

  • Machen Sie zusammen Regeln ab für die Bildschirmzeit. Sie können mit ihnen auch einen Mediennutzungsvertrag abmachen.
  • Begleiten Sie die Kinder bei der Nutzung des Internets. Gemeinsame Mediennutzung hilft den Kindern, das Gesehene zu verstehen und zu verarbeiten.
  • Games oder Apps sollten Kinder nicht ohne Einwilligung der Eltern downloaden. Die Anmeldung in sozialen Netzwerken ist in der Regel ab 13 Jahren erlaubt.
  • Seien Sie selbst ein Vorbild und setzen Sie sich mit den eigenen Gewohnheiten auseinander. Gehen Sie als gutes Beispiel voran, wenn es um bildschirm- oder handyfreie Zeiten geht.
  • Nutzen Sie digitale Medien nicht als Kinderbetreuung. Sie stellen Kinder zwar  körperlich ruhig, aber mental müssen die Medieninhalte verarbeitet werden.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Freizeitgestaltung mit Zeit draussen, sozialen Kontakten, Hobbys und Bewegung.
  • Sprechen Sie mit den Kindern über die Inhalte, die sie konsumieren, und fördern Sie das kritische Denken. Eine Filtersoftware allein ist keine Lösung. Überprüfen Sie die Inhalte der Apps regelmässig.
  • Seien Sie vorsichtig bei Online-Bekanntschaften Ihrer Kinder. Sorgen Sie dafür, dass sie keine persönlichen Daten weitergeben, ohne das vorher mit Ihnen zu besprechen. Sollte es zu unangenehmen Begegnungen kommen, soll sich das Kind umgehend an eine Vertrauensperson wenden.
  • Regen Sie einen positiven und kreativen Umgang mit Medien an. Es gibt sehr gute Spiele und Videos, und das Internet bietet eine grosse Auswahl an Lerninhalten an. Gute Apps sind gratis nicht zu haben. Kaufen Sie kreative oder bildende Apps.
  • Beachten Sie die Altersfreigaben z.B. bei Games und Filmen. Zusätzlich ist immer auch eine individuelle Einschätzung sinnvoll, denn Kinder reagieren unterschiedlich stark auf Inhalte.
  • Möglicherweise konsumiert Ihr Kind mehr, als es Ihnen erzählt. Überprüfen Sie in Absprache mit Ihrem Kind regelmässig, was es sich ansieht, was es spielt und was in den Chats geschrieben wird.

Empfehlungen zur Bildschirmzeit

In Ratgebern und auf Online-Plattformen finden sich verschiedene Empfehlungen zu Bildschirmzeiten für Kinder und Jugendliche, die zum Teil stark voneinander abweichen. Hier finden Sie eine Übersicht, die hilft, eigene Regeln abzumachen.

Organisationen wie die WHO, klicksafe.de oder SCHAU HIN machen Angaben zur empfohlenen Bildschirmzeit je nach Alter. Diese können Eltern als Orientierung zur maximalen Bildschirmzeit dienen. Kinder verpassen in ihrer Entwicklung jedoch nichts, wenn sie weniger Bildschirmmedien nutzen.

zischtig.ch plädiert an den Elternabenden der Primarschule Uster für die Regel, wonach pro Lebensjahr eine Stunde Medienzeit pro Woche gewährt werden sollte. Wichtig: Schulische Beschäftigung oder explizit kreative Projekte am Bildschirm erhalten extra Stunden.

Pro Juventute fasst die Empfehlungen wie folgt zusammen:

  • 4 bis 8 Jahre: Kindergartenkinder und Schülerinnen und Schüler der Unterstufe sollten nicht länger als 30 bis maximal 60 Minuten pro Tag vor dem Bildschirm sitzen. 
  • 9 bis 10 Jahre: In diesem Alter reichen die Empfehlungen von 60 Minuten bis zu einer maximalen Bildschirmzeit von 100 Minuten am Tag.
  • Ab 10 Jahren: Mit älteren Kindern kann ein wöchentliches Zeitkontingent vereinbart werden. Zum Beispiel eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche in Form von Mediengutscheinen.

Was sind Anzeichen eines zu hohen Medienkonsums?

Wenn Kinder zu viel digitale Medien konsumieren, kann sich dies negativ auswirken. Das sind mögliche Anzeichen:

  • Ihr Kind vernachlässigt andere Aktivitäten und Interessen.
  • Ihr Kind zieht sich zurück und verbringt weniger Zeit mit Freunden.
  • Die Stimmung Ihres Kindes schwankt stark. Es reagiert rasch gereizt oder aggressiv.
  • Ihr Kind leidet unter Schlafmangel und Müdigkeit.

Natürlich kann dieses Verhalten auch andere Gründe haben. Wichtig ist herauszufinden, warum das Kind zu viel Medien konsumiert. Lassen Sie sich dabei bei Bedarf unterstützen. Wenden Sie sich an die Schulsozialarbeit, an zischtig.ch oder die Suchtprävention Zürcher Oberland.

Die Elternräte der Primarschule Uster empfehlen den Eltern eine freiwillige Erklärung, mit der sie bestätigen, dass sie ihrem Kind bis zum Ende der 6. Klasse kein eigenes Smartphone zur Verfügung stellen. Weitere Informationen gibt es hier.

Welche Inhalte sind geeignet?

Nicht nur die Bildschirmzeit ist entscheidend für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien, sondern auch die Qualität der Inhalte. Achten Sie dabei vor allem auf folgende Punkte.

  • Keine Gewalt und Pornografie: Gewalthaltige Videos und pornografische Inhalte sind für Kinder nicht geeignet, auch keine kurzen Sequenzen.
  • Altersgerechte Inhalte: Bei Videos und Filmen gibt es Empfehlungen zur Altersfreigabe. Bei anderen Inhalten ist es wichtig, das Kind beim Medienkonsum zu begleiten. Nur so können Sie beurteilen, ob etwas verstanden wird, überfordert oder Angst auslöst. Dies hängt nicht nur von Alter und Entwicklung des Kindes ab, sondern auch von seiner Persönlichkeit. Manchmal rufen aber auch scheinbar altersgerechte Medienangebote starke negative Reaktionen hervor.
  • Pädagogisch wertvolle Inhalte: Es gibt ein grosses Angebot an kindgerechten Inhalten – von Dokumentationen über Hörspiele und Musik, Wissenssendungen für Kinder bis zu Apps, die z.B. logisches Denken fördern. Auch in der Stadtbibliothek Uster gibt es Games und Videos zum Ausleihen.

Was sind Fake News?

Kindgerechte Inhalte

  • FLIMMO: Elternratgeber für TV, Streaming und YouTube
  • Clip und klar: Erklärvideo-Kanal von SRF
  • APPOLINO: Apps zu den Themen Lesen, Schreiben und Rechnen des Lehrmittelverlags St. Gallen

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